Einführung zum „SAPHO-Syndrom“

Synovitis-Akne-Pustulose-Hyperostose-Ostitis

 

Das sogenannte SAPHO-Syndrom ist eine Zusammenschluß-Bezeichnung symptomatisch ähnlicher, aber krankeitsmäßig (nosologisch) verschiedener Krankheiten (Entitäten). Diese sind selten und bei uns in Deutschland noch wenig bekannt, vielfach noch ganz unbekannt. Unter ihnen ist die „Chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis “ CRMO “ die relativ häufigste Krankheitseinheit in allen Altersklassen (s.dort).

Französische Rheumatologen hatten sie 1987 unter dem Eindruck jeweils ähnlich sich an Gelenken (S), Knochen (H,O) und Haut (A,P) abspielender Krankheitszeichen (Symptome), „ SAPHO “ genannt(s. dort). Deutsche Rheumatologen (Schilling et al. in der „Mainzer interdisziplinären SAPHO-Studie “ 1998-2004) aber haben die Heterogenität (Mehrdeutigkeit) dieses Krankeitskomplexes, der damit als „ Diagnose “ ungeeignet ist, sowie die CRMO als Krankheitseinheit (Entität) erkannt. Sie hat damit ihre Fehldeutung als an Kindheit und Jugend gebundenes Leiden verloren. Sie ist eine, jetzt auch nicht so selten bei Erwachsenen vorkommende und bisher diagnostisch fast immer missdeutete nicht-eitrige entzündliche Knochenmarkerkrankung

(„ primär chronische Osteomyelitis“, Mono-bis Poly-O.) mit Entzündung benachbarter Gelenke („sympathische Synovitis“).

Die ärztlichen Aspekte, die kooperativ noch dringend informiert und gelehrt werden müssen, sind – bei Kindern und Erwachsenen- herausfordernd vielfältig: Internistisch-rheumatologisch, orthopädisch-osteologisch, dermatologisch, genetisch, histopathologisch u.a.

 

 Die erforderlichen Grundkenntnisse sollen im Interesse der oft bis zur Verzweiflung unverstandenen Patienten durch die folgenden Internetbeiträge und durch die Empfehlung der Selbsthilfegruppe (im Rahmen der Rheuma-Liga und der ACHSE) verbreitet und gefördert werden.

 

Eine detaillierte Beschreibung des SAPHO-Syndroms mit Literaturangaben finden Sie hier: Orphanet

 

Prof. Dr. med. Fritz Schilling

Arzt für Innere Medizin, klinische und radiologische Rheumatologie

Johannes-Gutemberg-Universität Mainz

Hebbelstraße 20

D-55127 Mainz